Lebenslange Rente - aber wie?
Besonders wenn größere Lebensversicherungen fällig werden, stellt sich die Frage: Was macht man mit dem vielen Geld? Aber auch ohne Lebensversicherungen stellt sich irgendwann einmal diese Frage.Mal davon abgesehen, dass man sein Geld auch einfach ausgeben kann, beschäftigen wir uns in diesem Artikel mit den Überlegungen es sinnvoll anzulegen bzw. einzuteilen.
Grundsätzlich gibt es zwei Wege die man gehen kann. Der Erste ist, man verwaltet das Geld selbst (Konto, Festgeld, Depot). Bei der zweiten Variante gibt man das Geld einer Versicherung, z.B. in Form einer Sofortrente mit lebenslanger Rentenzahlung.
Weg 1: Selbstverwaltung
Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Alles ist möglich, vom einfachen Festgeld über Fonds, Anleihen und Zertifikaten, bis hin zur Investition in einzelne Aktien, Immobilien oder gar Goldbarren. Einziges Hindernis ist die eigene Risikofreudigkeit. Den meisten von uns liegt etwas am Ersparten, weshalb das Augenmerk, besonders ab 50 Jahre, auf Kapitalerhalt liegt. Klar sagen wir bei Kursgewinnen und Zinsen nicht nein, doch der mögliche Verlust sollte gering sein. Deshalb wird eher ein kleiner Anteil, wenn überhaupt, in Aktienfonds oder andere spekulative Anlagen investiert. Gerade in den letzten Monaten haben viele Ihr Geld nur in Festgeld investiert.Die Profis wissen natürlich, dass man gerade in der heutigen Zeit in Aktien investieren muss, doch es sind eher Wenige, die ihre mühevoll angesparten 100.000 € (manchmal auch weit mehr) auf das Gelingen von Börsenweisheiten setzen wollen.
Geht man nun also mit einem gewissen Sicherheitsbedürfnis an seine Vermögensverwaltung heran, stellt man sehr schnell fest, dass die Zinserwartungen sehr niedrig gehalten werden sollten. Noch vor einem Jahr als die Banken unser Geld so bitter brauchten, bekam man bei seiner Bank 4 – 5% Festzins auf sein Erspartes. Wer bereit war die Bank zu wechseln, bekam manchmal sogar noch mehr (mit einigen Einschränkungen im Kleingedruckten). Geht man jetzt voller Erwartungen zu seiner Bank, weil das tolle Festgeld ausgelaufen ist, erhält man lediglich müde Angebote um die 1 – 2%. Bei all dem dürfen wir auch nicht vergessen, nimmt doch am Ende des Jahres die Steuer noch mind. 25% vom Gewinn weg.
Fakt ist also, dass man von einem Zinsangebot zum nächsten hangelt und man jedes mal eine völlig neue Situation vorfindet. Gut daran ist, dass wir so kein Geld verlieren können. Schlecht ist, dass wir auch nicht mit großen Gewinnen rechnen können.
Betrachtet man die letzten 30 Jahre, konnte man mit einem guten Geldmarktfonds (ein Fonds, welcher in Tagesgeld investiert) bis zu 4% pro Jahr erwirtschaften. Die Vergangenheit hatte durchaus eine ordentliche Inflation und Wirtschaftwachstum vorzuweisen, doch lassen Sie uns dennoch diesen Wert dem Vergleich zur Grunde legen, damit nachher keiner sagen kann, wir wären zu pessimistisch gewesen.
Weg 2: Rentenversicherung
Eine gute Versicherung hat derzeit eine Gesamtverzinsung um die 5%. Solange das Geld in der Versicherung bleibt, ist es steuerfrei, d.h. es wird auch keine Abgeltungssteuer fällig. Jedoch ist ein gewisser Kostensatz für die Verwaltung und den Vertrieb zu berücksichtigen. Diese Kosten reduzieren die Gesamtverzinsung ungefähr um 0,5%.Betrachtet man die letzten 54 Jahre, lag die Gesamtverzinsung z.B. bei der Allianz nie unter 5%. In Hochzeiten erreichte die Gesamtverzinsung sogar Werte um die 8%. Versicherer haben also deutlich geringere Schwankungen als Tages- oder Festgelder, da sie Ihr Geld langfristig investieren und natürlich eine deutlich höhere Kapitalstärke aufweisen als ein einzelner Anleger. Außerdem darf man trotz oder gerade wegen der erlebten Finanzkrise behaupten, dass dort Profis sitzen, die den ganzen Tag nichts anderes machen und somit Ihr Handwerk verstehen. Was viele gar nicht wissen ist, dass die Versicherungsbranche deutlich stabiler durch die Krise ging als Banken oder sonstige Geldinstitute. Die meisten Versicherer haben Ihre Verzinsung sogar relativ konstant gehalten bzw. minimal gesenkt, weshalb auch immer mehr Gelder derzeit bei den Versicherungen landen. Allein die Allianz hatte in 2009 ein Beitragszuwachs von über 8% zu verzeichnen.
Derzeit liegt allein die Garantieverzinsung mit 2,25 % über dem Marktniveau. Die Garantieverzinsung ist der Wert, welcher nicht unterschritten werden darf, auch wenn die Versicherung wegen Insolvenz aufgelöst wird und unter die Verwaltung von Protektor (Auffanggesellschaft für deutsche Versicherer) gerät.
Eine Versicherung bietet mittlerweile mehrere Varianten, sein Geld im Alter zu investieren, doch zum Vergleich wird die Sofortrente genügen.
Überweist man sein Geld in eine Sofortrente, z.B. 100.000 €, so erhält man derzeit eine monatliche Rente um die 500 €, also ca. 6.000 € im Jahr. Die Auszahlung entspricht also ca. 6% des gesamten Kapitals. Der entscheidende Punkt dabei ist, dass diese 500 € Monatsrente ein Leben lang gezahlt wird. Um also ein ähnliches Szenario mit dem Tages – oder Festgeld nachzustellen, müssten wir so kalkulieren, dass unser Geld nicht weniger wird (Kapitalerhalt), da ansonsten die jährlichen Zinsgewinne auch sinken würden und eine lebenslange Rente nicht haltbar wäre. Ohne Zinsen wären unsere 100.000 € z.B. schon nach 16,5 Jahren weg, d.h. wir würden mit Punkt 80 Jahren ohne Geld dastehen.
Erschwerend kommt dazu, dass 500 € in 10 Jahren auf Grund der Inflation keine 500 € mehr wert sind d.h. wir müssten uns theoretisch jedes Jahr etwas mehr wegnehmen. Das würde unsere Hunderttausend noch schneller in Luft auflösen. Bei einer Sofortrente ist dieser Aspekt meist bereits berücksichtig. Die Auszahlung steigt bei einer Sofortrente in diesem Beispiel bei gleichbleibenden Zinsen jährlich um mind. 1%.
Vergleich: Selbstverwalten vs. Rentenversicherung
Lassen Sie uns das mal durchspielen. Wir haben 100.000 € und erwirtschaften tatsächlich 4% Zinsen. Dann hätten wir 4.000 € (333 € im Monat) zum ausgeben ohne das unser Geld weniger wird. Da aber die 4.000 € jedes Jahr an Wert verlieren, müssten wir weniger verbrauchen, um einen realen Werterhalt unserer Hunderttausend zu erreichen. Sagen wir mal wir nehmen nur 3.000 € (250 € im Monat) und belassen die anderen 1.000 € in meinem Depot, dann würden wir im nächsten Jahr unsere Zinsen (z.B. 4%) auf 101.000 € bekommen, also 4.040 €. Wir nehmen uns aber wieder nur 3% also diesmal 3.030 € (252,5 €) und verwenden den Rest, um unser Depot trotz Inflation konstant zu halten. Das geht dann immer so weiter ... .Der Vorteil bei Weg 1 ist, dass man selbst wenn man nach 30 Jahren stirbt noch immer sein ganzes Geld hat. Doch das Geld bekommt man nicht, sondern irgendein Erbe (z.B. die Kinder). Diesen Vorteil erkauft man sich mit einer deutlich niedrigeren Rente (250 € anstelle 500 € bei einer Versicherung) und deutlich mehr Stress. Wir haben nämlich die ganze Zeit unberücksichtigt gelassen, dass 4% unter normalen Umständen sehr schwierig zu realisieren sind. Wer möchte mit 80 Jahren noch mit dem Banker um Zinsen feilschen?
Bei einer Versicherung wird in der Regel bis zu 16 Jahre nach Vertragsabschluss ein Teil des Geldes zur Vererbung oder Auszahlung vorhanden sein. Sollten sie also frühzeitig sterben, steht auch ein Großteil für Ihre Erben zur Verfügung. Es gibt mittlerweile auch viele Möglichkeiten den Vertrag noch flexibler zu gestalten, sodass auch größere Entnahmen ohne Nachteile möglich sind, doch hier soll als Vergleich die klassische Sofortrente genügen.
Wie lange muss das Geld reichen?
In der Tabelle finden sie die durchschnittlichen Rentenbezüge von den Jahren 1950 und 2005, sowie eine Prognose für das Jahr 2040. Da es sich nur um Durchschnittswerte handelt, muss man berücksichtigen, dass man durchaus auch länger leben kann.
Fazit
Eine Rentenleistung über eine Sofortrente ist unter Berücksichtigung der Inflation, Zinsunsicherheit und einer unkalkulierbaren Lebenserwartung lukrativer als durch Selbstverwaltung (Konto, Tagesgeld, Festgeld, Depot).Angebot für eine Rentenversicherung mit lebenslanger Rentenzahlung
















